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09.02.2010 06:00
Pressestatement Dipl.-Ing. Eberhard Bauer - Präsident des Bundesverbands Betonbauteile Deutschland e.V. (BDB), Berlin, anlässlich der Jahrespressekonferenz des BDB am 9. Februar 2010 in Neu-Ulm Rubrik: Pressemeldungen
Betonbauteile mit robuster Konjunktur„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kollegen, als Präsident des Bundesverbands Betonbauteile Deutschland möchte ich gerne die aktuelle Wirtschaftsentwicklung der Beton- und Fertigteilindustrie sowie der Bauwirtschaft auf Bundesebene beleuchten und einen Ausblick auf das Jahr 2010 versuchen. Darüber hinaus möchte ich Ihnen wiederum darstellen, mit welchen Maßnahmen und Strukturveränderungen der BDB den schwierigen Zeiten begegnet und wie er die Unternehmen seiner Mitgliedsorganisationen unterstützen kann, damit diese gestärkt aus der rückläufigen Entwicklung hervorgehen und mittelfristig besseres Gehör bei den relevanten Entscheidungsträgern erhalten können. Bereits die Witterung im ersten Quartal 2009 verzögerte viele Bauprojekte, die Auswirkungen der Finanzkrise haben dann unsere Branche mit voller Wucht erreicht. Der Wohnungsbau blieb mit etwa -2 % durch die Unsicherheit der Wirtschaftlage und der Situation am Arbeitsmarkt noch unter dem sehr niedrigen Vorjahresniveau. Entsprechend schwach blieben die hier vorrangig eingesetzten Betonbauteile wie Decken (-10 % in den ersten drei Quartalen) und Wände (-14 %). Dramatisch eingebrochen ist der Wirtschaftsbau: Mit einem Minus von 16 % folgte den drei positiven Jahren 2006 bis 2008 eine Rückführung, die von Investitionsstopps und zurückgestellten Bauprojekten gekennzeichnet war und ist. Die Hersteller konstruktiver Betonfertigteile mussten in Folge vom ersten bis zum dritten Quartal 2009 ein Minus von 19 % verkraften. Da im Hochbau einseitig nur die energetische Sanierung von Bestandsbauten gefördert wird, können unsere Hersteller davon nicht profitieren, die ihren Schwerpunkt bei Neubau- und Erweiterungsinvestitionen haben. Vergleichsweise erträglich über die Runden kamen Marktsegmente wie der Straßen-, Garten- und Landschaftsbau – der Absatz von Pflastersteinen und Platten blieb mit -5 % noch nah am Niveau von 2008. Hersteller von Beton- und Stahlbetonrohren und -schächten konnten sogar ein leichtes Plus verbuchen. Die Konjunkturprogramme der Öffentlichen Hand haben hier vielleicht ein ganz klein wenig zur Substanzstärkung beigetragen. Die Prognose für 2010 gestaltet sich schwierig. Es soll hier wahrlich keine Schwarzmalerei betrieben werden und wir hoffen alle auf schnelle Besserung, aber den Jubelprognosen der Konjunkturforscher, dass nun schon alles wieder bestens sei und es dramatisch aufwärts ginge, denen muss man die realen Zahlen der Bauwirtschaft entgegenhalten, die eine andere Sprache sprechen. 2009 gingen die Baugenehmigungen im Hochbau – unzweifelhafter Indikator dafür, was 2010 allerhöchstens gebaut wird – um rund 17 % zurück, alleine im Wirtschaftsbau sanken sie um 27 %. Was können wir nun unternehmen, um die politischen Entscheider endlich davon zu überzeugen, dass gerade unsere Branche mit der Schaffung realer, greifbarer Werte einen sichtbaren Gegenentwurf zur Finanzblase bietet. Wir haben uns als BDB an einer Studie beteiligt, die nachweist, dass Ersatzneubauten oft ökonomisch und ökologisch vorteilhafter sind als die energetische Sanierung von alten Bestandsbauten. Sie ist gerade fertiggestellt und wir werden gemeinsam mit unseren Partnerverbänden die Politik in klarer Form fordern, hier vernünftig mit den Steuergeldern der Bürger umzugehen. Der Bundesverband hat sich in den letzten fünf Jahren ein neues Tätigkeitsprofil gegeben: neben den weiterhin wichtigen Aufgaben in den Fachbereichen Technik, Wirtschaft / Öffentlichkeitsarbeit und Recht haben wir unsere Außenbeziehungen zur Politik auf eigene Beine gestellt, um wahrgenommen zu werden. Unser Hauptstadtbüro in Berlin hat vor einem Jahr seine Arbeit aufgenommen und ist zu einer festen Größe der Arbeit des BDB gewachsen. Firmenbesuche und Gespräche mit Politikern, die Mitwirkung in Gremien und die Einbindung von Branchenunternehmern in die Lobbyarbeit des Verbandes und seiner Dachverbände sind dabei Marksteine eines modernen BDB. Dazu gehört auch die Besetzung zukunftsrelevanter Themenfelder wie der Nachhaltigkeit von Baustoffen. Wir haben heute dazu Herrn Prof. Graubner auf dem Podium und direkt im Anschluss an die Pressekonferenz werden die Ergebnisse des großen deutschen Forschungsprojekts zum Nachhaltigen Bauen mit Beton im Kleinen Saal erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine kompakte Broschüre werden wir im Herbst als Argumentationshilfe an die über den BDB organisierten Unternehmen überreichen können. Ein Stück Veränderung wird sich auch in der neuen Führung des BDB ab April ausdrücken. Nach einem Jahr erfolgreicher Arbeit im Hauptstadtbüro Berlin haben das Präsidium und die jetzige Geschäftsführung vorgeschlagen, die bisherige Technische Referentin, Alice Becke, und unsere Leiterin des Hauptstadtbüros, Anja Muschelknautz, gemeinschaftlich die Geschäftsführung des BDB zu übertragen. Dem neuen Team wünschen wir Glück auf und danken gleichzeitig der bisherigen Geschäftsführung für fünf Jahre Impulse, neue Ideen und kritische Diskussionen, die die Weiterentwicklung zur heutigen Struktur und zu neuen Leistungsfeldern des BDB wesentlich gefördert haben. Viele Gesetze und Regelungen entstehen in Europa, diese müssen wir nicht nur technisch begleiten, sondern sie auch interessenpolitisch beeinflussen. Dazu haben wir unseren europäischen Verband der Betonfertigteilindustrie in Brüssel. Für BIBM hat heute mein Kollege Hermann Rudolph als dessen Vizepräsident Strategie und Tätigkeitsprofil der europäischen Branchenarbeit skizziert. Sie sehen, wir arbeiten ständig daran, die Rahmenbedingungen für unsere Hersteller zu verbessern, sie im Wettbewerb zu stärken und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass Betonbauteile weiterhin für das Bauen der Zukunft stehen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.“
Weitere Informationen: Bundesverband Betonbauteile Deutschland e.V. (BDB)
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